Immer wieder gerne besuche ich die Flamingos in der Camargue, im Parc Ornithologique de Pont de Gau. Dieses Jahr bin ich zum ersten Mal im Februar hingefahren – und das hatte einen guten Grund: Von Dezember bis Februar balzen die Flamingos und das wollte ich unbedingt einmal erleben. Mir war auch nicht bewußt, in welcher Farbintensität sich das Gefieder der Flamingos zu dieser Jahreszeit zeigt.
Bevor ich von den Balzszenen selbst erzähle, ein paar Eindrücke zu diesem Farbenspiel. Von zartem Weiß über Apricot und Lachs bis hin zu einem satten, tiefen Rot reicht die Palette im Gefieder dieser Vögel – diese Nuancen wollte ich in den folgenden Fotos einfangen.
Ein choreographiertes Schauspiel
Was dann folgt, ist so witzig, dass ich beim Zusehen oft einfach lachen musste. Die ganze Gruppe gerät in Bewegung: Die Flamingos laufen aufgeregt und lautstark im Kreis, recken ihre Hälse in die Höhe, verschlingen sie ineinander – und dann, wie auf ein unsichtbares Kommando hin, präsentiert plötzlich einer nach dem anderen sein Gefieder. Die Flügel werden weit ausgeklappt, für einen Moment steht der Vogel wie erstarrt da, ein Feuerwerk aus Weiß, Schwarz und leuchtendem Rot – bevor die nächste Figur beginnt und der nächste Vogel an der Reihe ist.
Es wirkt fast choreographiert, wie ein Tanz mit festen Schritten, den jeder Einzelne auf seine ganz eigene, manchmal geradezu clowneske Weise interpretiert. Genau dieses Zusammenspiel aus Gruppendynamik, Ernsthaftigkeit und unfreiwilliger Komik macht die Balz der Flamingos zu einem der unterhaltsamsten Naturschauspiele, die ich je fotografieren durfte.
Abheben ins Abendlicht
Tagsüber kann man oft beobachten, wie sich ein Flamingo aus der Gruppe löst, den Hals weit nach vorne streckt und mit viel Geplansche über die Wasseroberfläche rennt – Schritt für Schritt schneller, bis genug Schwung da ist, um endlich abzuheben. Genau dieser Moment des Startens, mit den weit ausgebreiteten Schwarz-Rot-Flügeln über dem aufspritzenden Wasser, gehört für mich ebenfalls zu einem der schönsten Motive. Diese Dynamik der Bewegung habe ich auch einmal mit einer langsamen Belichtungszeit eingefangen, um ein abstrakteres, fast gemaltes Bild des Starts zu bekommen.
Und abends gibt es dann eine neue Dynamik – jetzt gruppieren sich die Vögel, um gemeinsam zu den Schlafplätzen zu fliegen. Ganze Trupps starten im Pulk, ziehen über die Lagunen, mit lang gestrecktem Hals und Beinen, in perfekter Formation – besonders eindrucksvoll im warmen Licht der untergehenden Sonne, wenn sich der Himmel rosa und lila färbt und fast mit dem Gefieder der Vögel verschmilzt.
Der Zwerg unter Riesen
Eine der witzigsten Beobachtungen dieser Reise: mitten unter den großen Rosaflamingos ein einzelner Zwergflamingo, der munter mitbalzte, als gehöre er schon immer dazu. Woher er kam, bleibt sein Geheimnis – aufgefallen ist er mir vor allem durch sein noch viel intensiver gefärbtes Gefieder.
Zum Abschluss: Nachbarn am Wasser
Natürlich gehören auch viele andere Vogelarten zu den ständigen Bewohnern des Parc Ornithologique. Zumindest einen kurzen Eindruck von Kuh- und Seidenreiher, im schönsten Morgenlicht fotografiert, wollte ich Euch da nicht vorenthalten.

























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