Früher gab es Bienenfresser in Deutschland nur im Süden, am Kaiserstuhl. Inzwischen werden sie immer öfter auch weiter nördlich gesichtet – der bislang nördlichste Punkt liegt in Sachsen-Anhalt, am Geiseltalsee. Also nichts wie hin und selber mal auf die Suche gehen!
Der malerisch gelegene See hat eine bewegte Vergangenheit: Bis 1993 wurde hier Braunkohle abgebaut, erst danach entstand durch die Flutung des Restlochs der größte künstlich angelegte See des Landes. Was für die einen ein Naherholungsgebiet ist, ist für die Bienenfresser ein Glücksfall: Die steilen Abbruchkanten der alten Halden bestehen aus Löss, einem lockeren, leicht zu grabenden Boden – perfekt für ihre Brutröhren.
Auf der Suche nach den Brutröhren
Ganz so einfach ließen sich die Bienenfresser dann aber doch nicht finden. Mit einiger Mühe und viel Nachfragen bei Einheimischen habe ich schließlich herausgefunden, wo sie ihre Röhren gegraben hatten. Geholfen haben dabei auch ihre unverwechselbaren Rufe, die einen förmlich zu den Brutplätzen führen. Und dann hatte ich sie endlich gefunden – allerdings flogen die Altvögel nur selten zu den Röhren. Vermutlich saßen sie noch auf den Eiern, die Jungen waren also noch nicht geschlüpft.
Um die Vögel nicht zu stören, muss man sich gut tarnen oder sehr viel Abstand halten. Meinen Tarnumhang hatte ich zwar dabei, aber bei über 30 Grad war es darunter schlicht nicht auszuhalten. Also habe ich mich stattdessen in die Büsche geschlagen – kein einfaches Unterfangen, das mir viele Kratzer eingebracht hat. Dazu kam das Hitzeflimmern der Luft, das gestochen scharfe Aufnahmen an diesem Tag zur echten Herausforderung machte.
Mit Beute im Anflug
Bienenfresser jagen elegant im Flug und schnappen sich Wespen, Bienen oder auch mal eine Libelle aus der Luft. Immer wieder kehrten die Vögel mit Beute im Schnabel zu ihren Ansitzen zurück, und mit ein bisschen Glück lässt sich ein Bienenfresser genau in diesem Moment mit einem Insekt im Schnabel erwischen.
Intensive Farben
Nur einen einzigen Tag hatte ich vor Ort, aber der hat sich gelohnt. Zwischen Hitze, Kratzern und flimmernder Luft sind einige Szenen entstanden, die die ganze Farbenpracht dieser wunderschönen Vögel zeigen.
What’s Missing
Eine Geschenkübergabe zwischen den Vögeln – das berühmte „Brautgeschenk“, mit dem die Männchen bei den Weibchen um Zuneigung werben – habe ich an diesem Tag nicht erwischt, und auch keinen Einflug mit Insekten in die Brutröhre. Das Bienenfresser-Projekt bleibt also erstmal auf meiner Liste. Nächstes Jahr will ich mein Glück noch einmal versuchen – dieses Mal in der Toskana.












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